Cholesterin: 5 wichtige Fakten, die du unbedingt wissen solltest

von Christian_86 | Cholesterin

Jul 09
Cholesterin Lüge

Cholesterin und viele Fragen zur gesundheitlichen Wirkung von Cholesterin machen deutlich, wie unklar die Lage ist. Selbst Wissenschaftler sind sich oft nicht einig.

Deshalb klären wir jetzt 5 wichtige Fakten, die du über die Cholesterin unbedingt wissen solltest. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die viel diskutierte Cholesterin-Lüge sowie die „Diät-Herz-Hypothese“.

1. Ist Cholesterin schlecht?

Ist Cholesterin böse? Macht Cholesterin krank? In der richtigen Dosis: ein klares Nein! Denn dein Körper braucht Cholesterin unbedingt.

Cholesterin erfüllt enorm wichtige Funktionen wie etwa den Aufbau der Zellmembranen, die Produktion der Gallensäuren für die Fett-Verdauung oder die Bildung der Geschlechtshormone Testosteron und Progesteron. Und zudem bildet Cholesterin letztlich die Vorstufe zum lebenswichtigen Vitamin D. Ohne Cholesterin geht es also nicht.

Jetzt zum Stichwort Dosis: Ein Zuviel an Cholesterin kann in der Tat lebensgefährliche Folgen haben. Sobald das Cholesterin an deinen Blutgefäßen landet, wird es kritisch. Denn Cholesterin ist ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung arteriosklerotischer Gefäßveränderungen.

Hierbei geht es vor allem um das gefährliche LDL-Cholesterin. Seine Aufgabe ist es, das Cholesterin von der Leber über das Blut in die übrigen Körperzellen zu transportieren.

Letztlich hängt die (negative) Wirkung des Cholesterins vor allem von der Menge ab. Nur bei einem Überschuss an LDL-Cholesterin besteht auch die Gefahr der Gefäßablagerungen.

Aber was ist die richtige Menge? Für die Erfüllung der wichtigen Funktionen genügt laut jüngster Studien bereits ein geringe Menge von 25 bis 50 mg/dl. Die Zufuhr soll laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung maximal 300 mg pro Tag betragen.

2. Ist Cholesterin alleine die Ursache?

Kommen wir jetzt zum „worst case“. Das LDL-Cholesterin sitzt an deinen Blutgefäßen fest und sorgt für eine ausgewachsene Arteriosklerose. Es wird also ein kleiner Klumpen daraus, der sich löst und das Blutgefäß dicht macht.

Jetzt kommt es beispielsweise zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose.

Es wird klar: das Cholesterin ist beteiligt und ohne Cholesterin würde die gefährliche Arteriosklerose überhaupt nicht erst entstehen.

Aber ist Cholesterin alleine schuld? Nein, ein klares Nein! Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen handelt es sich um multifaktorielle Erkrankungen, also mit vielen Faktoren. Hierzu zählen:

  • familiäre Vorgeschichte
  • andere Erkrankungen wie Diabetes
  • die Lebensumstände wie Bewegungsmangel
  • eine schlechte Ernährung

Du siehst also, es ist ein Gesamtkonstrukt und es wäre falsch, mit dem Finger nur auf das Cholesterin zu zeigen. Es ist beteiligt, aber ganz sicher nicht die Ursache.

Es ist wie bei einem Verkehrsunfall. Ein oder mehrere Autos sind immer beteiligt, aber sie sind nicht alleine schuld. Schlechte Sicht, Müdigkeit des Fahrers, Ablenkung durch Telefonieren…all das spielt auch eine Rolle. Deshalb ist das Auto an sich ganz sicher nicht die Ursache eines Verkehrsunfalls.

3. Zu viel Cholesterin durch zu viel Nahrungsfett?

Ich hatte es eben schon angesprochen, auch die Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle. Es geht hier aber viel weniger um das Nahrungsfett als du glaubst. 

Lange Zeit waren früher das Nahrungsfett und hierbei insbesondere die gesättigten Fettsäuren die Bösewichte. Heute weiß man allerdings, dass die gesättigten Fette nahezu unproblematisch sind und es vielmehr die Transfettsäuren sind. 

Diese Entwicklung kannst du auch im Supermarkt beobachten. Immer wieder werden fettarme Lebensmittel mit dem Vorteil beworben, sie seien „cholesterinsenkend“, was so nicht stimmt. Nehmen wir das Beispiel Margarine: Sie enthält nun kaum noch gesättigte Fette, dafür aber jede Menge Chemie. Und im schlimmsten Fall sogar Transfette. 

Diese gefährlichen Transfette stecken auch in:

  • Backwaren wie Croissants, Kuchen oder Keksen
  • Fast Food
  • Fertiggerichten

Und genau hier liegt der Cholesterin-Hund begraben. 

Genauso problematisch ist der viel zu hohe Zuckerkonsum. Dieser führt letztlich zu einem permanent hohen Insulinspiegel im Körper, wodurch sich mittlerweile sogar schon bei Kindern Insulinresistenz und in der Folge dann Diabetes entwickelt. Das wichtige Thema Insulinresistenz wird in diesem Video genau erläutert:

Und wie wir gesehen haben, ist auch Diabetes ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie du einen zu hohen Zuckerkonsum in den Griff kriegst, erfährst du hier.

Wir sollten immer bedenken, dass wir nur rund 20 bis 30 % des Cholesterins über die Nahrung aufnehmen. Den weitaus größeren Einfluss haben Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Bewegungsmangel oder andere Erkrankungen. 

Was die Ernährung an sich betrifft, geht die größte Gefahr von einem zu hohen LDL-Cholesterinspiegel aus.

4. Warum sind die Studienergebnisse so widersprüchlich?

Ein wichtiges Schlagwort ist hier die „Diät-Herz-Hypothese“, die jahrzehntelang davon ausging, dass zu viel Nahrungsfett zwangsläufig zu Herzerkrankungen führt. Ihr Siegeszug startete mit der großen Stunde der Margarine in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Interessanterweise gab es aber massenweise Studien, die diesen Zusammenhang nicht bestätigen konnten. Allen voran die groß angelegte Framingham-Studie der Harvard University.

Diese Studie startete 1948 und ihre Ergebnisse lagen 1960 vor. Die Wissenschaftler erwarteten einen starken Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Nahrungsfett, einem hohen Cholesterinspiegel und Herzerkrankungen.

Und was stellten sie fest? Nichts. Gar nichts. Schon im Jahr 1960 war also klar, dass das Nahrungsfett keine Rolle für die Entwicklung von Herzerkrankungen spielt.

Die einzigen beiden Ausnahmen sind Transfette bzw. ein zu hohes Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3. Diese Probleme traten aber erst später auf. 

Dennoch hielten die Wissenschaftler jahrzehntelang an der falschen „Diät-Herz-Hypothese“ fest. Die Zugeständnisse der Industrie waren schon damals einfach zu lukrativ.

Das Video zum Artikel hier findest du übrigens hier:

5. Schaden Statine wirklich?

Die Behandlung erhöhter Cholesterinwerte mit Statinen wird immer wieder kontrovers diskutiert. Dabei ist es immer am Nützlichsten, eine Vorteile-Nachteile-Bilanz zu erstellen.

Die Nebenwirkungen von Statinen halten sich absolut im Rahmen. Der Muskelzerfall, auch Rhabdomyolyse genannt, ist wohl die gefährlichste Nebenwirkung und sie betrifft gerade einmal 0,004 % der Betroffenen. Möglich ist auch eine minimale Begünstigung von Diabetes Typ 2.

Demgegenüber konnte in der 4-S-Studie gezeigt werden, dass mit der Behandlung durch Statine eine Reduzierung des Herzinfarktrisikos um 42 % und des Gesamtsterblichkeitsrisikos um 30 % erreicht wurde. 

Selbstverständlich hängt der individuelle Nutzen auch von der Risikosituation ab. Ein Hochrisiko-Patient, der schon eine oder mehrere Herzerkrankungen erlitten hat, profitiert deutlich mehr von der Statin-Behandlung als eine Person mit einem günstigen Risikoprofil.

Jetzt bist du dran: Was denkst du über Cholesterin? Lass es uns alle wissen und schrieb es in die Kommentare unten.

Fazit

Im Zusammenhang mit Cholesterin werden auch heute noch zahlreiche Halbwahrheiten verbreitet. Cholesterin an sich ist nicht schädlich, sondern wichtig für uns. Erst im Übermaß - bei einem zu hohen LDL-Cholesterinwert - wird es gefährlich für uns. Dabei ist die Ernährung bei Weitem nicht der einzige Einflussfaktor. 

Jahrzehntelang waren die Forscher fälschlicherweise von einem starken Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Nahrungsfett und Herzerkrankungen ausgegangen. Willkommen bei der Cholesterin-Lüge!

Heute wissen wir es zum Glück besser und die lange Zeit beratungsresistenten Forscher haben dies auch eingesehen.

Viel Spaß mit einem gesunden Maß an Cholesterin!

Über den Autor

Seit rund 5 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Gewichtsmanagement und gesunde Ernährung. Auch ich habe stark abgenommen und halte mein Wunschgewicht von 72 kg problemlos seit über 3 Jahren. Achja, mein Lieblingessen sind Haferflocken mit Beeren, Nüssen und einem Schuss Honig. Das gibt es bei mir jeden Morgen zum Frühstück :-)

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